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Die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) als pädagogisches Instrument und Grundlage für sozialraumorientiertes Arbeiten (2 Tage)

Leistungen der Eingliederungshilfe sind sozialräumlich und inklusiv auszurichten – so die Neuregelungen zum Eingliederungshilferecht (BTHG) ab dem Jahr 2020. Im Gesamtplanverfahren muss die Ermittlung des individuellen Bedarfs durch ein Instrument erfolgen, das sich an ICF orientiert. Denn ab 2020 wird der Bedarf ganzheitlich personenzentriert und systemübergreifend beurteilt, die Anpassung von Behandlungen an spezifische Bedingungen gemeinsam koordiniert, berufsbezogene Beurteilungen, Rehabilitation und Ergebnisevaluation zusammen formuliert sowie „wie aus einer Hand“ gewährt.

Gleichzeitig hat jeder Gesamtplan eine sozialstrukturierende Wirkung, insbesondere auf regionaler Ebene. ICF-gestützt können Sozialräume z.B. Prävention, Gesundheitsversorgung, soziale Sicherheit, Verbesserung der Teilhabe, bürgerschaftliches Engagement (als Möglichkeit der Partizipation) aber auch ÖPNV, Wohnungsbau oder Politikgestaltung bedarfsgerecht und intelligent steuern.

Mitarbeiter in der sozialen Arbeit arbeiten ab 2020 zunehmend fall- und systemübergreifend inklusiv „wie aus einer Hand“. Ihren pädagogischen Konzepten liegt die ICF zugrunde. Die ICF bezieht sich auf und enthält Rahmenbestimmungen für die Herstellung von Chancengleichheit von Personen mit Behinderungen. Sie enthält für alle verständlich diagnostische Kategorien und Begriffe zur systematischen und die Disziplinen übergreifenden Beschreibung der Folgen einer Gesundheitsstörung auf verschiedenen Ebenen.

Inhalte der Fortbildung:

  • Sozialräumliche Gelegenheiten schaffen, das SONI-Schema
  • Sozialräumlichkeit und ICF - pädagogisch hohe Bedeutung für: sozialräumliche Fall- und Netzwerkarbeit, Schaffung von Problembewusstsein, Anstoß zum sozialen Handeln
  • Die ICF: Ziele, Zweckbestimmung, Struktur, Inhalt, Anwendungsmöglichkeiten
  • integratives Behinderungsmodell der ICF - bio-psychisch-soziales Modell (Behinderung in Wechselwirkung mit positiv (Förderfaktoren) und negativ wirksamen Kontextfaktoren (Barrieren)
  • Schädigungen der Körperfunktionen und –strukturen
  • Beeinträchtigungen der Aktivitäten und der Teilhabe (Partizipation) in neun Lebensbereichen (Lernen und Wissensanwendung; Allgemeine Aufgaben und Anforderungen; Kommunikation; Mobilität; Selbstversorgung; Häusliches Leben; Interpersonelle Interkation und Beziehungen; Bedeutende Lebensbereiche; gemeinschafts- soziales- und staatsbürgerliches Leben)
  • Beschreibung der wirksamen Kontextfaktoren (Umweltfaktoren, personbezogene Faktoren)
  • Grenzen der ICF

 

Ziel:
Rechtliche (kurz), theoretische Grundlagen sowie Anwendungsmöglichkeiten und Grenzen der ICF vermittelt, Kurzeinführung Sozialraumorientierung

Arbeitsform, Methode und Materialien:
Vermittlung von Grundlagenwissen durch Inputs, umfangreiches Handout, Fallarbeit und Diskussion

Dauer: 2 Tage

mitzubringende Materialien: ICF-Langfassung (elektronisch oder Printform)

Referentin: Ursula Pitzner

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